Eröffnung Haus der Religionen in Bern

Bern, 11. Dezember 2014

Am 14. Dezember 2014 wird in Bern das Zentrum Europaplatz mit dem Haus der Religionen feierlich eröffnet und eingeweiht. Acht Religionen werden unter einem Dach vereint feiern und arbeiten – Begegnung und interkultureller Austausch, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Nach über zehn Jahren Entwicklungsgeschichte und zweieinhalb Jahren Bauzeit: Das Haus der Religionen steht.

Aus einer Idee, andere nannten es Utopie, ist Wirklichkeit geworden. In Beton gegossene Realität, bedeutend nicht nur für Bern, sondern für die Welt. Die Idee eines Hauses der Religionen mit Kultus- und Dialogräumen taucht das erste Mal 1998 in einer Studie zur Stadtentwicklung im Berner Westen auf. Anhand der Defizite und Herausforderungen der Stadtentwicklung wies die Studie nach, dass eine wirtschaftlich und sozial erfolgreiche Weiterentwicklung von Bern unter anderem auch Massnahmen gegen eine weitere Marginalisierung der zugewanderten kulturellen und religiösen Minderheiten erfordere. Ein friedliches Zusammenleben sei nachhaltig nur zu gewährleisten, wenn die Minderheiten sich integrieren und gleichberechtigt und öffentlich in unserer Gesellschaft Platz nehmen könnten. Ein solcher Platz sei, so der Vorschlag, ein Haus der Religionen!Diese Idee wurde von dem damals bereits existierenden, kirchlich initiierten Runden Tisch der Religionen sowie von der Herrnhuter Brüdergemeine Bern aufgenommen. Die Herrnhuter haben ihren bereits über vielfältige interreligiöse Erfahrungen verfügenden Pfarrer Hartmut Haas und seine Familie im Jahr 2000 nach Bern geschickt, um ein Haus der Religionen aufzubauen. Ohne den visionären Elan und das gewaltige finanzielle Start-Engagement der Herrnhuter wäre diese bahnbrechende Idee nicht zum Fliegen gekommen.

 

Organisation und Finanzierung
Im April 2002 wurde der Verein „Haus der Religionen – Dialog der Kulturen“ gegründet, im Mai 2006 die Stiftung „Europaplatz – Haus der Religionen“, ab Spätsommer 2012 wurde gebaut. Ende 2014: Das Haus der Religionen steht! Wer baut, setzt ein Zeichen. Wer baut, glaubt an die Zukunft. Es gilt aber auch: Wer baut, braucht Geld, viel Geld. Nach einer schwierigen Startphase kamen bedingungslose und grosszügige Einzahlungen von Privaten und die Unterstützung der öffentlichen Hand wie des Grossen Rats des Kantons Bern, des Stadtrats von Bern, der Grossen Kirchenräte der evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde und der römisch-katholischen Ge-samtkirchgemeinde Bern und Umgebung und des Grossen Burgerrats der Burgergemein-de Bern. Ende 2012 waren rund 10 Mio. Franken beisammen.

 

Immobilienentwickler sichert Realisierung
Mit der Firma Halter AG | Entwicklungen engagierte sich ab 2008 ein Unternehmen für das Haus der Religionen, welches sich mit der Realisierung eines interkulturellen und interreligiösen Projekts auf Neuland begab. Entsprechend gross waren die Herausforde- rungen und der Lernprozess während der Entwicklungs- und Bauphase für alle Beteilig- ten. Auch deshalb ist in Bern am Europaplatz Aussergewöhnliches entstanden.

 

Steht das Haus der Religionen nur – oder lebt es auch?
Mit den im Haus der Religionen aktiven Gemeinschaften und Gruppen haben sich Men- schen verschiedener Weltanschauungen gefunden, die in einer anspruchsvollen Struktur verbindlich zusammen arbeiten. Die Zusammenarbeit im Haus der Religionen ist nicht nur für Bern von grosser Bedeutung. Das erste Mal auf der Welt steht ein Haus, in welchem so viele verschiedene Religionsgemeinschaften unter einem Dach zusammen arbeiten, ihren Kultus feiern, gestalten, diskutieren, entwickeln und die Anliegen des Dialogs in ihre Gemeinschaften hinein und in die Welt hinaus vermitteln.

 

Im Haus der Religionen ist ein gemeinsames Dach entstanden für alle, die durch Begeg- nung und Dialog Antworten entwickeln wollen auf die grossen kulturellen und religiösen Veränderungen in unserer Gesellschaft. Diese Antworten schliessen auch würdige Kultus- räume für die zugewanderten Minderheitsreligionen ein, die bisher in Kellern oder Hinter- höfen daheim waren. Die bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit zeigen, dass  der gemeinsame Dialog möglich und fruchtbar ist. Die Samen, die im Haus der Religionen gesetzt und gehegt werden, werden sich vermehren - über Bern hinaus in die Welt.

 

Das Haus der Religionen steht. Es ist gebaute Realität geworden. Das Haus der Religionen lebt. Am Europaplatz wird soziale Nachhaltigkeit exemplarisch gelebt.

 

Das Haus der Religionen ist ein weltweit einzigartiger Ort des Gesprächs und der Begeg- nung zwischen Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Kulturkreisen und religiösen Gemeinschaften. Es trägt bei für eine bessere Verständigung von Menschen unterschied- lichen kulturellen Hintergrunds.


Das Haus der Religionen steht für ein friedlicheres Zusammenleben in Bern und der Welt.

 

Weitere Hintergrundinformationen und Bilder zum Haus der Religionen finden Sie unter http://www.haus-der-religionen.ch/de/aktuell/presse