Baubeginn für das Zentrum „Europaplatz – Begegnen und Bewegen“

Bern, 27. Juni 2012

Eine Vision wird Realität. Nach mehr als zwölfjähriger Vorbereitung wurde mit einem Volksfest unter Mitwirkung von Angehörigen der grössten Weltreligionen der Grundstein für das Zentrum „Europaplatz – Begegnen und Bewegen“ gelegt. Damit entsteht im auf- strebenden Gebiet bei der S-Bahn Station Ausserholligen im Westen Berns ein neues Eingangstor zur Stadt. Neben dem weltweit einzigartigen Haus der Religionen entstehen in einem markanten Gebäudekomplex Läden, Gastroangebote, Büros, 88 Wohnungen und ein Parkhaus. Bauherr ist die Firma Halter Unternehmungen aus Zürich, die in den vergangenen vier Jahren das Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Initianten zur Realisierungsreife entwickelt hat. Das Bauvolumen beträgt rund 75 Millionen Franken. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2014 vorgesehen.

Orte der Begegnung zu Schaffen gehöre zu den privilegierten Aufgaben eines Immobilienentwicklers, erklärte Balz Halter, Inhaber der Halter Gruppe an der Medienkonferenz zum Spatenstich für das Zentrum „Europaplatz – Begegnen und Bewegen“. Wie schwierig ein solcher Prozess sein kann, illustrierte Halter mit einem Hinweis auf den Turmbau zu Babel. Bauen und Entwickeln muss den stetig ändernden gesellschaftlichen Bedürfnissen gerecht werden. Gerade bei einem so komplexen Projekt wie der Überbauung am Europaplatz, in der auch Mitglieder von fünf Weltreligionen ihre Sakralräume haben werden, zählt nicht nur das Materielle, sondern auch das Spirituelle.

 

Dialog und Austausch
Der ständige Austausch ist zentral für den Erfolg eines solchen Vorhabens und hat nach Halter oft neue und überraschende Lösungen hervorbracht, die das Projekt bereicherten. Religiöse, soziale, politische, städtebauliche, finanzielle und wirtschaftliche Kriterien mussten hier ins Gleichgewicht gebracht werden. „Der Weg war nicht geradlinig“, sagte Halter, der mit dem Resultat sehr zufrieden ist: „Das Zusammenführen aller Kriterien und Interessengruppen ist sicher gelungen und wurde modellhaft und mit grossem Erfolg abgeschlossen.“ Diese Arbeit geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Berner Büro Bauart Architekten und Planer, das bereits im Jahr 2002 eine Machbarkeitsstudie für das Projekt erarbeitet hat und auch nach der Übernahme des Projekts durch Halter Unternehmungen weiterhin an derPlanung und Umsetzung des grossen Vorhabens am Europaplatz aktiv mitwirkt.

 

Anspruchsvolle Arbeit – schwierige Finanzierung
Als Präsident der Stiftung „Europaplatz - Haus der Religionen“, welche für die Finanzierung der Sakralräume und des Dialogbereichs im Zentrum am Europaplatz verantwortlich zeichnet, kommentierte Guido Albisetti seine Erfahrung nach rund 10 Jahren Einsatz in Anlehnung an Helmut Schmidts bekannten Satz: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ wie folgt: „Wer versucht, aus Visionen Realitäten zu machen, hat gute Chancen beim Psychiater zu landen.“ Dabei erinnerte Albisetti etwa an die Aussage eines Vertreters einer grossen Religionsgemeinschaft, wonach es in Glaubensfragen keine Kompromisse gibt. Die grösste und manchmal frustrierende Herausforderung für Albisetti waren die jahrelangen Bettelaktionen, um die notwenigen Mittel von gut zehn Millionen Franken für die Finanzierung des Gebäudeteils mit dem Bereich „Haus der Religionen – Dialog derKulturen“ zu sichern. Hier werden die fünf beteiligten Religionsgemeinschaften ihr neues Zuhause finden und gemeinsam mit dem Verein den Bereich „Dialog der Kulturen“ betreiben.

 

Das neue Wunder von Bern
Der eigentliche Durchbruch bei der Finanzierung gelang mit der Zusage von 2.75 Mio. CHF der Rudolf und Ursula Streit-Stiftung. Die katholische und reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern trugen je 1. Mio. CHF zur Finanzierung bei und die Burgergemeinde beteiligte sich mit einen finanziellen Engagement von 900‘000 CHF. Zusätzlich konnten gut 2 Mio. Franken durch kleinere und grössere Unterstützungsbeiträge einer Vielzahl weiterer Spendergesichert werden. Mit der Zustimmung des Grossen Rates des Kantons Bern Anfang Dezember letzten Jahres zum einem Kredit von 2.2 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds war die Finanzierung schliesslich komplett. Und „das neue Wunder von Bern“, wie Albisetti es nennt, Wirklichkeit geworden.

 

Grussadressen von Kanton und Stadt Bern überbrachten Therese Rufer als Präsidentin des Grossen Rates sowie Stadtratspräsidentin Ursula Marti. Therese Rufer gab sich überzeugt, dass das Haus der Religionen ideal zu Bern passt und eine grosse Chance für den Kanton darstellt. Ursula Marti sprach vom Haus der Religionen als einem einzigartigen und wegweisenden Projekt mit internationaler Ausstrahlung, welches gut zu Bern passt. “Partizipation und Dialog haben bei uns eine lange Tradition“, sagte Marti undwies darauf hin, dass das Projekt auch in der städtischen Kulturstrategie mit ihren integrationspolitischen Zielen verankert ist.